LEARNT BY EXPERIENCE |
Ich bin seit 11 Jahren in der Motorradbranche
tätig.
Meine Arbeit beschäftigt sich mit dem
Erproben von Motorrädern, Prototypen im Bereich Dauerlauf.
Meine Erfahrungen mit Rukka Anzügen
mit Gore Lockout Closure belaufen sich auf eine
Gesamtlaufstrecke von ca. 75000km (
Anzüge Argonaut und Edison). Die Anzüge wurden auf allen
Fahrzeugkategorien (Tourer, Reisenduro,
Nacked Bike, Sportler, Scooter), Fahrstrecken (Autobahn,
Landstraße, Berg) und Witterungsbedingungen
(Temperaturen von -5 bis 35 Grad) gefahren.
Die Bedienung des Lockout Verschlusses
war am Anfang auch für mich neu. Die ersten Öffnungen
und Schließungen bedurften einer höheren
Aufmerksamkeit, mal nicht beide Schienen eingerastet,
mal den Sperrhebel nicht verschlossen.
Die Betätigung des Verschlusses geht im Laufe der Zeit in eine
normale Routine über, ähnlich dem Schließen
eines Reißverschlusses. Automatisch beim Einstecken
der Schienen der Blick, ob beide eingerastet
sind, Umlegen der Sperre und Schließen. Der minimal
längere Zeitbedarf gegenüber dem Reißverschluss
stellt keinen erhöhten Aufwand dar. Die Pflege mit
dem mitgelieferten Silikonstift führe
ich prinzipiell nach der Wäsche des Anzuges durch, wobei ich in
diesem Fall nicht für einen kundenrelevanten
Fahrbetrieb herangezogen werden kann, da sehr hohe
Trageleistungen in kurzer Zeit erreicht
werden. Abschätzend für einen normalen Fahrer, würde ich
eine Pflege nach ca. 15 Fahrtagen empfehlen.
Verschleißerscheinungen traten nach der hohen
Tragezeit am Verschluss nicht auf.
Ein kleiner Nachteil ist die höhere
Steifigkeit gegenüber dem Reißverschluss.
Ein großer Vorteil ist die vollständige
Wind- und Wasserdichtheit. Es ist keine Abdeckung mehr nötig
ist, da mit dem Lock-Out-System keine
Scheuerspuren an lackierten Oberflächen entstehen.
Neue Technologien bedürfen immer einer
gewissen Bereitschaft, Anlauf- und Übungszeit.
Es wird immer Personen geben, die sich
neuen Dingen gegenüber verwehren und am
althergebrachten festhalten möchten.
Speziell im Motorradbereich sollte die
Überzeugungsarbeit für neue Technologien sich einfacher
gestalten. Kunden sind bei der Wahl
ihres Zweirades auch technischen Neuheiten gegenüber
aufgeschlossen.
Dieses sollte sich auch im Bereich der
Sicherheitsbekleidung wiederspiegeln lassen.
Thomas Köstler
koestler(at)oederan.de